Wie ist es momentan?

 

Wir sind als selbstständig eingestufte freiberufliche Lehrkräfte:

  • rentenversicherungspflichtig (100% Eigenanteil)
  • kranken- und pflegeversicherungspflichtig (100% Eigenanteil)
  • ohne Honorarfortzahlung im Krankheitsfall
  • ohne Honorarfortzahlung im Urlaub und an Feiertagen, die auf einen Werktag fallen
  • i.d.R. ohne Urlaubsentgelt, obwohl das arbeitnehmerähnlich beschäftigten Lehrkräften rechtlich zusteht
  • ohne arbeitsrechtlichen Schutz und Anspruch bei Nichtzustandekommen eines Kurses
  • Durch Krankheit, Urlaub/Schulferien, Feiertage und arbeitsfreie Überbrückungstage zwischen zwei Honorarverträgen verdienen wir durchschnittlich bis zu drei Monaten im Jahr keinen Cent, müssen aber auch in dieser Zeit unsere SV-Beiträge zahlen.

Ab dem 1.07.2016 soll lt. Trägerrundschreiben des BAMF den Lehrkräften in Integrationskursen ein Mindesthonorar von 35 Euro/UE bezahlt werden.

Erwin Denzler, GEW Landesverband Bayern, errechnet:

 Stand: 24.07.2016

Außerdem weitere Informationen dazu und Tipps mit dem Umgang damit: http://www.dozenten-forum.de/35Euro.pdf


Manche Sprachschulträger rühmen sich heute damit, dass sie ihre Lehrkräfte fest angestellt haben. So vermeiden sie ggf. die Konsequenzen von Scheinselbstständigkeit. Allerdings sind die Konditionen schlecht, denn meist sind die Verträge befristet und/oder das Kontingent der wöchentlich zu leistenden UE (Unterrichtseinheit 45min) liegt bei Vollzeit bei mehr als 28 UE, was einer tatsächlichen Arbeitszeit* von mehr als 40 Wochenstunden à 60min gleich kommt. Manche Angestelltenverträge für Lehrkräfte schließen auch zusätzlich zum Unterrichten berufsfremde administrative Büroarbeiten mit ein.
Wir halten das für unzulässig. Zudem basiert das Gehalt auf 35 Euro Mindesthonorar, was die Folge hat, dass die Lohnnebenkosten in erheblicher Höhe auf die Lehrkraft abgewälzt werden. Üblicherweise hat die aber der Arbeitgeber zu tragen.

*tatsächliche Arbeitszeit = UE plus Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Erstellen, Erneuern, Ergänzen von Unterrichtsmaterialien,
A1-/A2-/Probet
est- und Briefkorrekturen, Fallbesprechungen mit Kursteilnehmer*innen und/oder Kolleg*innen und/oder Bürokräften, schriftliche Stellungnahmen zu Problemfällen, Konferenzen...