Was wollen wir?

Wir möchten ansprechen:

  • Lehrkräfte in Integrations-, Alpha- und Orientierungskursen (LiD)

  • DaF/DaZ-Lehrkräfte bei privaten Sprachschulträgern, an Volkshochschulen und Universitäten

 

Wir wollen:

  • mehr kollegiale Solidarität im Engagement für bessere Arbeitsbedingungen

  • bessere Vernetzung miteinander

  • mehr Motivation durch Anerkennung

 

Wir fordern:

  • Festanstellung mit tariflich gebundener Eingruppierung und Arbeitsstrukturen, die denen von angestellten Lehrkräften an Berufsschulen mit einem Stundenkontingent von 26 Wochenstunden und den an der Schule üblichen Ferienregelungen entsprechen 
  • bei Freiberuflichkeit ein Honorar, das das Arbeitgeberbrutto der festangestellten Lehrkräfte um 25% übersteigt (Risikozuschlag), denn das Honorar muss das Urlaubsentgelt, eine Absicherung im Krankheitsfall, im Mutterschutz und bei Auftragsausfall enthalten.
  • Alternativ fordern wir eine Beteiligung der Träger an den Sozialversicherungsbeiträgen.

Wir halten es für unabdingbar, dass diese Arbeitsbedingungen für alle qualifizierten DaF/DaZ-Lehrkräfte gelten, was auch eine deutliche Erhöhung der Finanzierung und Zuschüsse von Bund, Ländern, Kommunen und Arbeitsagentur bedeutet.

 

Außerdem fordern wir:

  • von unseren Bildungsträgern die unverzügliche Weitergabe der erhöhten Kurspauschalen an die DaF/DaZ-Lehrkräfte.
  • eine Höchstteilnehmerzahl von 18 in den Integrationskursen und die Wiederherstellung der Qualitätsstandards für die Zulassung von Lehrkräften (Stand: vor 01.09.15)
  • fachliches Mitspracherecht der DaF/DaZ-Lehrkräfte bei Kurskonzeption, Kursinhalten, Evaluation und Prüfungen
  • Ausweitung der Integrationskurse auf mindestens B2-Niveau 
  • ein verbrieftes Recht der DaF/DaZ-Lehrkräfte, ihre Interessen auf Trägerebene zu vertreten

Wir, die DaF/DaZ-Lehrkräfte, sind der Ansicht, dass in erster Linie die Politik für unsere prekäre Lage verantwortlich ist, denn wir arbeiten meistens im Auftrag des Staates. Um sich von möglichen Ansprüchen der Lehrkräfte frei zu halten, verweist das BAMF zynisch auf den „freien Markt der Träger“ – ist aber selbst der einzige Auftraggeber. Aber auch die Länder, Kommunen und die Bundesagentur für Arbeit finanzieren ihre Projekte teilweise so schlecht, dass die Bildungsträger ihren Lehrkräften noch weniger als in den Integrationskursen zahlen. Deswegen fordern wir die Politik auf, ihre Verantwortung anzuerkennen und unsere Forderungen unverzüglich umzusetzen. Unser Bündnis steht für Gespräche zur Verfügung.

 

Deutschkenntnisse für Zuwanderer zu vermitteln ist Bildungsauftrag und keine Frage der Inneren Sicherheit!
Wir fordern daher ein Integrationsministerium auf Bundesebene, das sowohl für die Durchführung der Integrationskurse als auch der DeuFöV-Kurse verantwortlich wäre.

 

Wir freuen uns über die Unterstützung der Gewerkschaften GEW und ver.di, die ihre Forderungen in unserem Sinne aktualisiert haben! 8.Juni 2016 Gemeinsame Presseerklärung von GEW und ver.di
Durch ihre Unterstützung werden wir überhaupt wahr- und unser Anliegen zur Kenntnis genommen!
Damit die GEW und ver.di stärker unsere, aber auch ggf. unsere ganz persönlichen arbeitsrechtlichen Interessen vertreten, ist eine Mitgliedschaft sehr hilfreich! GEW-Ratgeber: 10 Tipps für freie Lehrkräfte

 

Weiter beschäftigen wir uns auch mit folgenden Themen:

Was haben wir erreicht?

  • Überweisung der Honorare innerhalb von ca. 14 Tagen. Wartezeit zuvor bis zu vier Monaten (2010).
  • Erhöhung des empfohlenen Mindesthonorars innerhalb von 6 Jahren (2011 - 2016) von 15 auf 35 Euro/UE (seit 1.07.2016). Viele Jahre zuvor lag des Mindesthonorar deutlich unter 15 Euro/UE.
  • Urlaubsentgelt, beantragt entsprechend des BUrlG bei arbeitnehmerähnlich beschäftigten Kolleginnen und Kollegen an VHSn, wird seit 2015 zunehmend bewilligt und zum Teil auch rückwirkend gezahlt. So in Köln, Leverkusen, Gummersbach u.a.

Das haben wir nicht alleine geschafft, aber zusammen mit anderen BOK ähnlichen Arbeitsgruppen, DaF/DaZ-Netzwerken und Initiativen bundesweit in anderen Städten und im Internet. Inzwischen unterstützen uns auch die GEW, ver.di und auch alle Bundestagsfraktionen (außer die der CDU/CSU). Es ist uns mit vielen Aktionen gelungen, Bundestagsabgeordnete aller Parteien und den Deutschen Volkshochschulverband auf unsere prekäre Situation aufmerksam zu machen. Entsprechend sind zahlreiche Anträge zur Verbesserung unserer Situation der Bundesregierung vorgelegt worden. Die Verbesserung der Situation von DaF/DaZ-Lehrkräften wurde im Herbst 2013 im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vereinbart. Inzwischen trägt auch die aktuelle Flüchtlingssituation dazu bei, dass auch CDU/CSU-Politiker*innen langsam erkennen, wie wichtig unsere Arbeit ist und dass sie angemessen bezahlt werden muss.

Der Verbesserungsprozess würde sich aber erheblich beschleunigen, wenn sich mehr Lehrkräfte in den verschiedenen lokalen Arbeitsgruppen engagieren und sich untereinander solidarischer verhalten würden!

Seit dem 21.05.2016 gibt es das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte, ein Bündnis von inzwischen 32 engagierten DaF/DaZ-Lehrkräftegruppen im ganzen Bundesgebiet. Auch wir, der BOK, gehören diesem Bündnis an, das sich auf politisch höchster Ebene für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt.